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Ein Museum zum Surfen
Bericht des Bonner General-Anzeigers zum “Virtuellen Heimatmuseum Oberpleis
vom 04. März 2008
Rheinkiesel 10/2009, Seiten 12 bis 14:
"Oberdollendorf - Per Mausklick in die Vergangenheit"



Der Veranstaltungskalender ist der Clou
INTERNET
Nicht alle Vereine nutzen die Möglichkeit, sich und ihre Angebote kostenlos im World Wide Web zu präsentieren. Pfarrverbandsseite wächst intensiv wie keine andere. Wichtiger als Flashbanner ist die Information

Von Hansjürgen Melzer

GA_Kock

Monitor, Maus und Tastatur sind die Arbeitsgeräte von Webmaster Christian Kock.
FOTO: FRANK HOMANN

THOMASBERG.
Jung, dynamisch, kommunikativ stellt man sich einen Webmaster vor. Ganz jung ist Christian Kock nicht mehr, die anderen Attribute verdient er sich aber durchaus. Der Thomasberger, der bald seinen 60. Geburtstag feiert, ist für eine Vielzahl von Internet-Auftritten in der Königswinterer Bergregion verantwortlich. Bereits als Dezernatsleiter Datenverarbeitung bei der Bundeswehr kam Christian Kock mit dem Internet in Berührung. Ein Computer-Freak ist er schon viel länger. „1982 habe ich bereits in Basic programmiert. Der Computer musste damals noch an den Fernseher angeschlossen werden", erzählt er. Bereits in den letzten Jahren seiner beruflichen Tätigkeit erstellte er in seiner Freizeit eigene Webseiten. Die erste war noch sehr persönlich und hatte die Adresse „www.christiankock.de". Dann folgte schon bald die Seite „www.thomasberg.info". Nur „thomasberg.de" ging damals bereits nicht, weil sich ein Kieler gleichen Namens die Domaine gesichert hatte. „Ich habe damals mit ihm telefoniert, er wollte den Namen aber nicht hergeben", berichtet Kock.

1999 kamen dann die ersten Firmen auf ihn zu, ob er ihre Webseite gestalten könnte. Damals musste der Ein-Mann-Betrieb eine eigene Firma „cktWebDienst" gründen. Später ließ sich Kock bei der Industrie- und Handelskammer zum zertifizierten Webmaster weiterbilden. Mittlerweile hat er rund 30 Kunden, darunter den Pfarrverband am Oelberg, Haus Schlesien, das Brückenhofmuseum und die CDU Königswinter.

Bereits im Jahr 2000 erstellte er die Internet-Präsenz der Bergregion, die von den vier Werbekreisen Oberhau, Oberpleis, Heisterbacherrott/Thomasberg und Ittenbach finanziert wird. Diese haben sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Seite unter der prägnanten Adresse „53639.com", Postleitzahlen mit nationaler Länderkennung (de) sind nicht zugelassen, bietet dabei weit mehr als Informationen über die 260 Gewerbetreibenden, die sich in der Bergregion zusammengeschlossen haben. Jeder Werbekreis hat dabei einen Internetbeauftragten, der für die Inhalte verantwortlich ist.

Die Bergregion-Seite hatte im Jahr 2006 über 40 000 Besucher, ein Jahr zuvor wären es noch 30 000. Bereits im Januar 2007 wurde sie über 4 000 Mal aufgerufen. Clou ist der interaktive Veranstaltungskalender, in den die Vereine selbständig ihre Termine eingeben können. „Alle Vereine können sich hier eintragen, außer wenn es sich um kommerzielle Veranstaltungen handelt", betont Kock. Ausnahmen gibt es aber auch hier: Zum Beispiel bei Zirkusvorstellungen oder Autorenlesungen.

Die Stadt Königswinter hat im Jahr 2004 den Kalender der Bergregion übernommen und bietet seitdem gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Werbekreise den über 300 Vereinen der Stadt die Möglichkeit zu einer kostenlosen Präsentation im Internet. Zurzeit enthält das Vereinsregister 96 Vereine, und der Kalender weist 170 Veranstaltungen aus. Es könnten jedoch viel mehr sein, sagt Kock. „Der Veranstaltungskalender ist nur dann attraktiv, wenn die Mehrzahl der Vereine ihn nutzt", wirbt er für das Angebot.

So findet sich im Kalender zum Beispiel kein Hinweis auf die Große Prunk- und Kostümsitzung am Samstag im Saal Lichtenberg, in Heisterbacherrott. „Karneval findet in diesem Jahr nur in Uthweiler und Oberdollendorf statt, wenn man dem Veranstaltungskalender der Stadt Glauben schenkt", schreibt Kock auf der Stadtteilseite von Thomasberg und Heisterbacherrott. Weder Bürgerfestausschuss noch Strücher KG haben den Termin eingetragen.

Die Seite über Thomasberg und Heisterbacherrott ist für Christian Kock bis heute seine persönliche Spielwiese geblieben. „Sie wird von niemandem finanziert. Da darf ich schreiben, was ich will", sagt er. Auch die meisten anderen Stadtteile sind inzwischen online. Teils sind die Bürgervereine wie in Ittenbach, Stieldorferhohn oder Birlinghoven, teils die Feuerwehr wie in Uthweiler, teils Privatleute für den Internet-Auftritt verantwortlich.

Eine persönliche Lieblingsseite hat der Webmaster auch. Den Internet-Auftritt des Pfarrverbands am Oelberg (www.kirche-am-oelberg.de) hat er im Jahr 2001 eingerichtet. „Damals hatte ich die Idee, die
GA_scr_kirche

Ein Kreuz aus fünf Kirchen ziert die Seite des Pfarrverbands am Oelberg.

Titelseite als ein Kreuz mit den Fotos der fünf Kirchen zu gestalten. Bis heute wächst diese Seite am intensivsten. Sie enthält viele hochaktuelle Informationen", sagt Kock. Fast täglich kommuniziert er mit den Internet-Beauftragten der einzelnen Gemeinden und des Pfarrverbandes.
Rund drei bis vier Stunden pro Tag ist Kock als Webmaster tätig. „Das Technische und Kaufmännische interessiert mich gleichermaßen. Und beim Design kann ich mich ausleben", sagt er. Wichtiger als Flashbanner, die über den Bildschirm wandern, sind ihm allerdings die Inhalte. „Mir kommt es darauf an, dass die Information stimmt", so.Kock.


Quelle: GA_LogoGif vom 8.2.2007

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